Erinnerungsorte
am südlichen Oberrhein
Von Offenburg aus, wo im Salmen 1847 die revolutionären Freiheitslosungen hinausgingen und später jüdisches Leben eine neue Mitte fand, bis nach Sulzburg im Herzen des Markgräflerlandes, durchqueren vier vorgeschlagene Radwege diese Kulturlandschaft.
Es ist eine Raumschaft sehr vieler unterschiedlicher Momente der Erinnerung an die Zeit des Nationalsozialismus: Zwangsarbeit im Kinzigtäler Haslach und jüdisches Leben um die ehemaligen Synagogen inmitten Kippenheims und Sulzburgs. Im Blauen Haus in Breisach und im Jüdischen Museum Emmendingen wird diese Geschichte museal vorgestellt. Neben der zeitweiligen jüdischen Zwangsschule in Räumen der Lessing-Realschule bietet das neue Freiburger Dokumentationszentrum Nationalsozialismus historisches und politisches Lernen.
Überall in den Straßen der Städte und Dörfer finden sich bei den Stolpersteinen und den „Denk“-mälern vom „Ökumenischen Jugendprojekt Mahnmal“ die Spuren der Deportation der Jüdinnen und Juden am 22. Oktober 1940 in das Lager Gurs am Fuß der Pyrenäen - über Jahre vorbereitet und durchgeführt von den NSDAP-Gauleitern Wagner und Bürckel. Damit sollte das durch die Jahrhunderte geprägte Miteinander von Christen und Juden in Baden, in der Pfalz und im Saarland zerstört und die Raumschaft „judenfrei“ werden.
Die Routen orientieren sich an den sieben Gedenkstätten am südlichen Oberrhein, sie sind mit einer Strecke zwischen 20 und 37 Kilometer lang und nutzen vorhandene Verkehrswege.
Um sie zu erfahren, erfordert es weniger sportiven Elan als Neugier auf Orte mit ihren Geschichten.
Das Projekt
Die Projektgruppe des Gedenkstättenverbunds Südlicher Oberrhein hat zwei Tourenkarten entwickelt, die kostenlos in den Gedenkstätten sowie an weiteren Stationen entlang der Routen – etwa in Rathäusern und Tourismusinformationen – erhältlich sind. Die Karten verbinden die Radstrecken mit Hintergrundinformationen zur jüdischen Geschichte und zu den Gedenkorten entlang der Wege.
Auch hier auf der Website können Sie die Touren entdecken – zur Vorbereitung zu Hause oder als praktische Navigation unterwegs.
Das Projekt wurde von der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg (LpB) aus Mitteln des Landes Baden-Württemberg gefördert.