Streckendetails und Tour-Beschreibung

Emmendingen
0,0 KMEmmendingen, Synagoge

1716 wurden fünf aus der Schweiz und anderen Orten am Hochrhein vertriebene jüdische Familien in Emmendingen in den Schutz genommen. Bis ins 19. Jahrhundert handelte es sich um eine kleine Landgemeinde. Erst im Zuge der Industrialisierung wurde daraus eine der großen jüdischen Gemeinden in Baden. 1910 lebten 376 Menschen jüdischen Glaubens in Emmendingen und 27 in der Filialgemeinde Kenzingen.

  • Eine erste Synagoge befand sich in der Nähe des Markgrafenschlosses in der Kirchstraße. 1821 wurde eine neue Synagoge auf dem Schlossplatz erbaut.
  • Während des Novemberpogroms 1938 wurde die Emmendinger Synagoge gesprengt. Die jüdischen Männer wurden in das KZ Dachau verschleppt. Von den 138 Jüdinnen und Juden, die 1939 noch in Emmendingen lebten, konnte etwa die Hälfte aus Nazi-Deutschland fliehen. Am 22. Oktober 1940 wurden die 69 noch in Emmendingen lebenden Jüdinnen und Juden in das Internierungslager Gurs deportiert.
  • 1995 kam es zur Wiedergründung der Jüdischen Gemeinde Emmendingen. Die Stadt überließ ihr 1999 das ehemalige Israelitische Gemeindehaus in der Kirchstraße 11. Seit 2006 heißt es Simon-Veit-Haus.
  • Zwei Gedenktafeln erinnern an die Zerstörung der Synagoge auf dem Schlossplatz. 1994 wurden die Umrisse der zerstörten Synagoge im Pflaster markiert und 1999 wurde eine Bronzeplatte mit Grundriss und Portalansicht eingelassen.
  • Die um 1840 erbaute, restaurierte, denkmalgeschützte Mikwe ist im Keller des Jüdischen Museums zu besichtigen.
  • Gurs-Gedenkstele zwischen Jüdischem Museum und Jüdischem Gemeindehaus.
  • Von 1717 bis 1899 bestattete die Israelitische Gemeinde ihre Toten auf dem alten jüdischen Friedhof, Ecke Herrmann-Günth-Straße / Haselmattenstraße. 466 Grabsteine sind erhalten.
  • Der neue jüdische Friedhof liegt unterhalb des Bergfriedhofes und umfasst 154 alte Grabsteine. Er ist heute Begräbnisplatz der Jüdischen Gemeinde.
  • Unterhalb des Eingangs zum neuen jüdischen Friedhof befindet sich das Mahnmal „Den Opfern des Nazimus 1933–1945“. Es wurde bereits 1948 durch Rolf Weinstock, einen Auschwitzüberlebenden, eingeweiht. Fünf weitere Gedenkstelen erinnern an die Emmendinger NS-Opfer und Widerstehende.
  • Für Kunstinteressierte lohnt ein Abstecher ins Museum im Rebay-Haus, Emmendinger Straße 11, in Teningen. Das Museum befindet sich im Elternhaus von Hilla von Rebay, Begründerin des Guggenheim Museums in New York. www.hilla-rebay.de

 

Eichstetten
10,4 KM Eichstetten

Die ersten jüdischen Familien zogen Anfang des 18. Jahrhunderts aus der Schweiz und dem Elsass nach Eichstetten. Ihre höchste Mitgliederzahl erreichte die Israelitische Gemeinde um 1871 mit 420 Personen. Im Zuge des Novemberpogroms 1938 zerschlugen SA- und SS-Männer die Inneneinrichtung der Synagoge und steckten sie in Brand. Am 22. Oktober 1940 wurden die 30 noch in Eichstetten lebenden Jüdinnen und Juden ins Internierungslager Gurs deportiert.

  • Von der Synagoge Eichstetten sind noch Reste der Umfassungsmauer erhalten (Altweg 10). Eine Gedenktafel weist auf ihre Zerstörung hin.
  • Auf dem jüdischen Friedhof an der Straße im Längental stehen etwa 470 Grabsteine.
  • In den Straßen Eichstettens sind Stolper­steine verlegt.
  • Gurs-Gedenkstein neben der ehemaligen jüdischen Schule (Bahlinger Straße 7).

 

Ihringen
22,0 KMIhringen

Um 1716 siedelten sich die ersten Juden in Ihringen an. Die höchste Zahl jüdischer Einwohnerinnen und Einwohner wurde um 1857 mit 263 Personen erreicht. Am 10. November 1938 setzten SS-Männer die Synagoge in Brand, zeitgleich wurden die jüdischen Männer festgenommen und im KZ Dachau interniert.

  • Am Standort der ehemaligen Synagoge in der Bachenstraße erinnert eine Stele an deren Zerstörung.Eine Gedenktafel nennt die Namen der jüdischen NS-Opfer.
  • Der jüdische Friedhof liegt in den Weinbergen an der Breisacher Straße und umfasst etwa 250 Grabsteine.

 

Breisach
27,3 KM  – Breisach

Dreimal haben jüdische Familien eine Gemeinde gegründet: auf dem Münsterberg bis 1349,  nach 1376 bis 1424 und ab Mitte des 17. Jahrhunderts für 300 Jahre bis zur Deportation im Oktober 1940. 1716/1717 erwirkte Gemeindevorsteher Josef Günzburger die Niederlassungserlaubnis für jüdische Familien in Eichstetten, Emmendingen, Ihringen, Lörrach, Müllheim und Sulzburg. Am 10. November 1938 brannten SA-Männer die Synagoge nieder und internierten etwa 60 jüdische Männer im KZ-Dachau. Am 22. Oktober 1940 wurden 65 jüdische Menschen in Breisach verhaftet. Sie teilten die Deportationsgeschichte mit allen badischen Jüdinnen und Juden, die in sieben Zügen vom Freiburger Hauptbahnhof über die Breisacher Eisenbahnbrücke nach Gurs deportiert wurden.

  • Der 1755 angelegte „Alte Jüdische Friedhof“ am Synagogenplatz 3 wurde in der NS-Zeit völlig zerstört.Etwa 130 Grabsteine sind heute nur noch in Bruch­stücken existent. Der älteste stammt von 1769.
  • Der 1850 in der Isenbergstraße 30 angelegte „Neue jüdische Friedhof“ umfasst 382 Grabsteine. Der älteste erhaltene Grabstein stammt aus dem Jahr 1875.
  • Das ehemalige jüdische Gemeindehaus befindet sich in der Rheintorstraße 3, der früheren Judengasse.
  • Am Synagogenplatz erinnert ein Gedenkstein an die frühere Breisacher Synagoge.
  • Gurs-Gedenkstein vor der Turnhalle des Martin-Schongauer-Gymnasiums.
  • „Cimetière Israelite de Mackenheim“ – Bis 1755 Begräbnisplatz der Breisacher Juden.