Tourprofil:
82 m · 70 m
Streckendetails und Tour-Beschreibung
Offenburg
0,0 KM – Offenburg, Salmen
In der mittelalterlichen Reichsstadt Offenburg gab es eine jüdische Gemeinde, deren Mitglieder 1349 vertrieben wurden. Auf Beschluss des Rates der Stadt wurde eine um 1632 entstandene jüdische Gemeinde 1680 aufgelöst. Erst nach der rechtlichen Gleichstellung der jüdischen Bevölkerung Badens im Jahr 1862 konnten sich Jüdinnen und Juden wieder in Offenburg niederlassen. Die höchste Zahl jüdischer Einwohner wurde um 1900 mit 337 Personen erreicht. Von den 271 im Jahr 1933 in Offenburg registrierten jüdischen Menschen verloren mindestens 97 ihr Leben in Folge des NS-Terrors.
- Unter dem Haus Glaserstraße 8 befindet sich ein jüdisches Ritualbad (hebr. Mikwe). Im Zugangskeller des Bades informiert eine Dauerausstellung über die Geschichte der Juden in Offenburg, den Ort der Mikwe innerhalb der Stadttopographie sowie über den kultischen Hintergrund der Mikwe.
Kontakt: Museum im Ritterhaus. - Auf dem jüdischen Friedhof des historischen Waldbachfriedhofs stehen neben Grabsteinen mehrere Mahnmale für Offenburger Opfer des nationalsozialistischen Terrors. Tagsüber zugänglich.
- Das ehemalige Gasthaus „Salmen“ beherbergte den Betsaal der israelitischen Gemeinde und ab 1893 auch das Rabbinat Offenburg-Schmieheim.
- Gurs-Gedenkstein vor der Turnhalle des
Schiller-Gymnasiums. - Museum im Ritterhaus: www.museum-offenburg.de
Hofweier-Diersburg
9,6 KM – Diersburg, Synagoge
Die ersten jüdischen Familien ließen sich im zweiten Drittel das 18. Jahrhunderts in Diersburg nieder. 1798 erbauten sich die wohlhabenderen Mitglieder der jüdischen Gemeinde ein eigenes Viertel, die sogenannte „Judenstadt“ (heute Strittmatt). Ihre höchste Mitgliederzahl erreichte die jüdische Gemeinde um 1832 mit 306 Personen (ca. 30 % der Einwohnerschaft). Während des Novemberpogroms 1938 drangen Offenburger SA-Männer in die Diersburger Synagoge ein und demolierten deren Inneneinrichtung. Elf der dreizehn im Oktober 1940 noch in Diersburg lebenden Jüdinnen und Juden wurden am 22. Oktober 1940 in das Lager Gurs verschleppt.
- Auf dem 1738 eingeweihten jüdischen Friedhof in der Bachstraße stehen 210 Grabsteine.
- Gegenüber dem ehemaligen Diersburger Rathaus (Talstraße 9) erinnert eine Tafel an die jüdische Geschichte Diersburgs. Wappen der früher in Diersburg ansässigen drei Religionsgemeinschaften zieren die Fenster im Obergeschoss des Gebäudes. Das Wappen der jüdischen Gemeinde zeigt einen Davidstern und zwei aufsteigende Löwen, deren Pranken auf den Gesetzestafeln ruhen.
- Gurs-Gedenkstein am Dorfbach, dem Standort der früheren evangelischen Kirche.
- In der „Judenstadt“ (Strittmatt) zeugen hebräische Inschriften von ihren früheren Bewohnern und deren kultischen Einrichtungen wie die um 1800 erbaute Synagoge und die jüdische Schule.
- Ein historischer Inschriftenstein in der Bachmauer (Talstraße 30) stammt aus dem oberhalb gelegenen rituellen Bad der früheren jüdischen Gemeinde.
Friesenheim
17,3 KM – Friesenheim
Ein kontinuierliches jüdisches Gemeindeleben entwickelte sich in Friesenheim erst Ende des 18. Jahrhunderts. Im Jahr 1820 erbaute die jüdische Gemeinde eine Synagoge in der früheren „Judengasse“. 1875 wohnten 120 Jüdinnen und Juden im Dorf (5,5% der Ortsbevölkerung). Am 10. November 1938 verschleppten die Nationalsozialisten die jüdischen Männer Friesenheims in das KZ Dachau. Die Synagoge wurde an diesem Tag angegriffen.
- Das kurze Wegstück von der Lahrgasse zum Standort der früheren Friesenheimer Synagoge trägt den Namen „Synagogengasse“. Eine Tafel erinnert an die frühere jüdische Gemeinde Friesenheims.
- In den Straßen Friesenheims sind
Stolpersteine verlegt. - Gurs-Gedenkstein zwischen dem Rathaus und dem Evangelischen Gemeindehaus
in Form einer abgebrochenen Säule.
Lahr im Schwarzwald
28,3 KM – Lahr
Die mittelalterliche Judenschaft der Stadt Lahr wurde 1349 ausgelöscht. Erst 1862 war es jüdischen Familien wieder gestattet, in die Stadt zu ziehen. Die meisten jüdischen Neubürger Lahrs stammten aus dem nahe gelegenen Dorf Schmieheim. Während des Novemberpogroms 1938 demolierten Mitglieder der Lahrer HJ-Gebietsführerschule den jüdischen Betsaal.
- Mindestens 27 der zwischen 1933 und 1945 in Lahr wohnhaften 96 jüdischen Personen kamen in der
NS-Zeit ums Leben. - In der Bismarckstraße 12 feierte die jüdische Gemeinde bis 1938 ihre Gottesdienste (Gedenktafel).
- In den Straßen Lahrs sind Stolpersteine verlegt.
- Gurs-Gedenkstein auf dem Friedrich-Ebert-Platz.
- Stadtmuseum Lahr: www.stadtmuseum.lahr.de
Kippenheim
25,7 KM – Kippenheim,ehemalige Synagoge
Die Geschichte der jüdischen Gemeinde Kippenheims reicht bis in das 17. Jahrhundert zurück. Die jüdischen Familien mussten bis zur Gründung des Großherzogtums Baden 1806 im „Judengässle“ wohnen, hier standen auch die ersten Synagogen (um 1750 bzw. 1798). 1900 umfasste die Gemeinde 272 Personen, was
13 % der Einwohnerschaft entsprach. Ihre Mitglieder, die in der Ortsmitte insbesondere in der Poststraße offene Läden eingerichtet hatten, trugen erheblich zum Wirtschaftsleben des Marktortes bei. Im Novemberpogrom 1938 demolierten Hitlerjugend und SA die Synagoge. Am 22. Oktober 1940 wurden die letzten 30 noch in Kippenheim lebenden Jüdinnen und Juden in das Lager Gurs in Südwestfrankreich verschleppt.
- Das 1852 eingeweihte Synagogengebäude dient heute als Gedenkstätte (Poststraße 19).
- Im Keller der ehemaligen Synagoge ist das Tauchbecken des Ritualbades (Mikwe) der jüdischen Gemeinde erhalten.
- Von der Friedhofsgasse zweigt das „Judengäßle“ (Schild) ab.
- Gurs-Gedenkstein im Vorhof der ehemaligen
Synagoge. Ein Wegweiser „Gurs 1072 km“ nennt die Entfernung von Kippenheim in das Lager Gurs. - In den Straßen Kippenheims sind Stolpersteine verlegt.
Kippenheim-Schmieheim
28,6 KM – Schmieheim
Die Ersterwähnung jüdischer Familien in Schmieheim fällt in das Jahr 1707. Die jüdische Gemeinde betreute ab 1724 den 1682 von der jüdischen Gemeinde Ettenheim gegründeten jüdischen Verbandsfriedhof am nördlichen Ortseingang. Die Einrichtung eines Rabbinatsgerichts Mitte des 18. Jahrhunderts stärkte die zentrale Rolle der Gemeinde innerhalb der Ortenauer Judenschaft. 1864 war die Hälfte der Einwohnerinnen und Einwohner (580 Personen) jüdischen Glaubens. Am 22. Oktober 1940 wurden 16 Jüdinnen und Juden in das Lager Gurs verschleppt. Vier verblieben krankheitsbedingt, drei von ihnen wurden später deportiert, eine verstarb in Schmieheim.
- Der jüdische Verbandsfriedhof mit seinen etwa 2600 Gräbern liegt an der Straße von Schmieheim nach Wallburg.
Führungen organisiert der Förderverein
Ehemalige Synagoge Kippenheim e. V. - Der „Bernheim-Brunnen“ in der Schmieheimer Dorfstraße erinnert an Isaak Wolf Bernheim, den 1848 in Schmieheim geborenen und später in die USA ausgewanderten Gönner der Gemeinde.
- Der evangelische Kindergarten Schmieheims (Kirchstraße 49) trägt den Namen von Hanna Baumann (1935–1941), des letzten in Schmieheim lebenden jüdischen Kindes.
- Das 1846 erbaute Synagogengebäude (Schlossstraße 41) wurde nach dem Zweiten Weltkrieg zu einer Fabrik umgebaut, heute dient es als Wohnhaus.
- Gurs-Gedenkstein auf dem Kirchplatz.
Ettenheim-Altdorf
32,4 KM – Altdorf
Die ersten jüdischen Familien zogen im 17. Jahrhundert in das reichsritterschaftliche Dorf Altdorf. Die rasch anwachsende jüdische Gemeinde zählte zu den größten jüdischen Gemeinden in der Ortenau. 1825 machte sie mit 244 Mitgliedern ca. 20 Prozent der Einwohnerschaft aus. Am 10. November 1938 wurde die 1868 erbaute Synagoge Ziel der Zerstörungswut von Anhängern des Nationalsozialismus, die von Ettenheim aus nach Altdorf kamen. Am 22. Oktober 1940 wurden die 13 noch in Altdorf lebenden jüdischen Bewohnerinnen und Bewohner verhaftet und in das Lager Gurs in Südwestfrankreich verschleppt.
- Gurs-Gedenkstein vor der Ortsverwaltung in der Orschweierer Straße.
- Die im „maurischen“ Stil erbaute ehemalige Altdorfer Synagoge steht in der Eugen-Lacroix-Straße 2. Heute beherbergt das Gebäude die „Kunsthalle Altdorf“ und dient auch als Ort des Gedenkens:
www.fv-kunsthalle-altdorf.de
Ettenheim
33,5 KM – Ettenheim
1349 kam es zur Auslöschung der jüdischen Gemeinde Ettenheims. Erst in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts durften sich wieder jüdische Familien in der Stadt niederlassen. Die jüdische Gemeinde Ettenheims war immer klein, ihre höchste Mitgliederzahl erreichte sie 1890 mit 92 Personen. Am 10. November 1938 demolierten Nationalsozialisten die Synagoge in der Alleestraße. Die 6 noch in Ettenheim lebenden Jüdinnen und Juden wurden am 22. Oktober 1940 in das Lager Gurs verschleppt.
- Die Giebelrosette der Ettenheimer Synagoge dient heute als Brunneneinfassung auf dem Alten Friedhof in Ettenheimmünster.
- Im Ettenheimer Rathaus hängt ein Toraschreinvorhang aus der Ettenheimer Synagoge.
- In den Straßen Ettenheims sind Stolpersteine verlegt.
- Gurs-Gedenkstein vor dem Rathaus.
- Ettenheimer Museum im „Haus der Vereine“.